Import von außerhalb der EU in die Niederlande: eine schrittweise Anleitung
Das Angebot Ihres Lieferanten wirkt auf den ersten Blick attraktiv – bis eine unerwartete Zollrechnung folgt. Beim Import aus Nicht-EU-Ländern können zusätzliche Kosten und Verzögerungen schnell entstehen. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich diese jedoch vermeiden. In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir Ihnen, wie Sie wieder die Kontrolle gewinnen: von der Einrichtung einer EORI-Nummer über die Auswahl des richtigen HS-Codes bis hin zur optimalen Nutzung von Incoterms wie FOB. Außerdem erfahren Sie, wie Sie Ihre gesamten Importkosten zuverlässig berechnen. So wird der Import planbar – und Sie behalten jederzeit den Überblick über Budget und Abläufe.

Schritt 1: Solide Vorbereitung für Ihren Import
Ein erfolgreicher Import beginnt nicht auf dem Schiff, sondern an Ihrem Schreibtisch. Eine sorgfältige Vorbereitung hilft, typische Probleme von Anfang an zu vermeiden.
EORI-Nummer beantragen
Bevor Sie Waren importieren, benötigen Sie eine EORI-Nummer. Sie dient als eindeutige Identifikationsnummer Ihres Unternehmens für Zollvorgänge innerhalb der EU. Ohne diese Nummer kann keine Zollanmeldung erfolgen – und es entstehen schnell zusätzliche Kosten, etwa durch Lagerung im Hafen. Die Beantragung ist kostenlos und in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen. Informationen dazu finden Sie bei Ihrer nationalen Zoll- oder Steuerbehörde.
Den richtigen HS-Code bestimmen
Jedes Produkt wird über einen HS-Code klassifiziert, der den Einfuhrzollsatz festlegt. Die ersten sechs Stellen sind international einheitlich, die weiteren Stellen können je nach Land variieren. Das bedeutet: Der HS-Code Ihres Lieferanten stimmt nicht zwingend mit dem in den Niederlanden geltenden Code überein. Die Verantwortung liegt bei Ihnen. Ein falscher Code kann zu nachträglichen Kosten führen und Ihre Marge erheblich beeinträchtigen. Den korrekten Code können Sie bei der niederländischen Zollbehörde ermitteln.
Die passenden Incoterms wählen
Incoterms regeln, wer während des Transports Kosten und Risiken trägt. DDP (Delivered Duty Paid) wirkt auf den ersten Blick bequem, ist jedoch oft intransparent und mit höheren Kosten verbunden.
FOB (Free On Board) bietet in vielen Fällen die bessere Balance: Der Lieferant übernimmt den Transport im Ursprungsland und die Ausfuhrabwicklung, während Sie den Haupttransport selbst steuern. So behalten Sie die Kontrolle über Kosten, Spediteur und Zeitplan.
Schritt 2: Berechnung der Importkosten für Waren von außerhalb der EU
Die Unsicherheit über die endgültigen Importkosten ist ein häufiger Stolperstein – dabei lässt sich die Berechnung grundsätzlich klar nachvollziehen.
So berechnen Sie die Gesamtkosten:
- Zollwert ermitteln: Produktwert + Transportkosten (bis zur EU-Grenze) + Versicherung
- Einfuhrzölle berechnen: Einfuhrzoll% (basierend auf HS-Kodex) Zollwert
- Einfuhrumsatzsteuer berechnen: 21% x (Zollwert + Einfuhrzölle + Zollabfertigungskosten)
Eine Beispielrechnung:
Sie importieren Elektronik (HS-Code mit 3,7% Einfuhrzoll) aus Vietnam.
- Wert des Produkts: 9.780€
- Seefracht und Versicherung: 1.500€
- Zollwert: 9.780€ + 1.500€ = 11.280€
- Einfuhrzölle: 3,7% von 11.280€ = 417,36€
- Mehrwertsteuer bei der Einfuhr: 21% davon (11.280€ + 417,36€) = 2.456,45€
Gesamtkosten bei der Einfuhr: 2.873,81€ (417,36€ Einfuhrzölle + 2.456,45€ Mehrwertsteuer).
Wichtiger Hinweis für Ihren Cashflow: Die gezahlte Einfuhrumsatzsteuer (in diesem Beispiel 2.456,45 €) ist kein endgültiger Kostenfaktor. Wenn Ihr Unternehmen umsatzsteuerlich registriert ist, können Sie diesen Betrag über die Umsatzsteuervoranmeldung zurückfordern. Es handelt sich daher um eine vorübergehende Liquiditätsbelastung, nicht um einen endgültigen Aufwand.
Haftungsausschluss: Die oben genannten Beispiele dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Es können daraus keine rechtlichen oder finanziellen Ansprüche abgeleitet werden.
Schritt 3: Wählen Sie einen transparenten Spediteur
Ein guter Spediteur koordiniert Ihre Lieferkette, übernimmt die Zollabwicklung und hilft dabei, Verzögerungen sowie zusätzliche Kosten zu vermeiden.
Das Problem vieler traditioneller Anbieter: Sie erhalten lediglich einen Pauschalpreis ohne klare Aufschlüsselung. Welche Kosten entfallen auf Transport, welche auf Handling – und wie hoch ist die Marge des Spediteurs? Oft bleibt das unklar.
Ein echter Partner arbeitet transparent. Die Cargoplot-Plattform schafft vollständige Transparenz: Sie vergleichen Angebote mehrerer Netzwerke direkt nach Preis, Laufzeit und Servicequalität. Zusätzlich sehen Sie klar, welche Marge enthalten ist – als Grundlage für eine faire und nachvollziehbare Zusammenarbeit.
So behalten Sie jederzeit die volle Kontrolle über Ihre Entscheidungen.
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Häufig gestellte Fragen zum Import von Waren außerhalb der EU
Was benötige ich zuerst, um mit dem Import zu beginnen?
Sie benötigen eine EORI-Nummer. Diese eindeutige Identifikationsnummer für Zollzwecke beantragen Sie kostenlos bei den zuständigen Steuer- oder Zollbehörden.
Wie werden Einfuhrzölle berechnet?
Die Höhe der Einfuhrzölle basiert auf dem HS-Code Ihres Produkts. Der entsprechende Prozentsatz wird auf den Zollwert angewendet, der sich aus Produktwert, Transportkosten und Versicherung zusammensetzt.
Welcher Incoterm bietet mir die größte Kontrolle über die Kosten?
FOB (Free On Board) wird häufig empfohlen, da der Verkäufer den Transport im Ursprungsland organisiert, Sie jedoch den Haupttransport selbst steuern und den Spediteur frei wählen können. So behalten Sie mehr Kontrolle über Kosten, Laufzeiten und Qualität.
Sind die Mehrwertsteuerkosten beim Import endgültig?
Nein. Für umsatzsteuerlich registrierte Unternehmen ist die bei der Einfuhr gezahlte Mehrwertsteuer kein endgültiger Kostenfaktor, da sie als Vorsteuer abgezogen werden kann.
Eine wichtige Optimierungsmöglichkeit ist die sogenannte Mehrwertsteuerstundung (z. B. die Genehmigung nach Artikel 23 in den Niederlanden). Ohne diese Genehmigung muss die Mehrwertsteuer direkt beim Import gezahlt und vorfinanziert werden.
Mit der Stundung wird die Mehrwertsteuer in der Umsatzsteuervoranmeldung sowohl gemeldet als auch gleichzeitig wieder abgezogen. Dadurch entsteht kein unmittelbarer Zahlungseffekt beim Import – was einen deutlichen Vorteil für den Cashflow darstellt.
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