Die wahren Importkosten aus China: Mehr als nur der Einkaufspreis

Haben Sie ein attraktives Angebot aus China erhalten? Der angegebene Einkaufspreis oder Seefrachttarif ist häufig nur ein Teil der tatsächlichen Importkosten. Hafengebühren, Zollabfertigung, lokale Transportkosten und weitere Zuschläge können die Gesamtkosten deutlich erhöhen. In diesem Artikel zeigen wir, aus welchen Kosten sich ein Import aus China zusammensetzt, welche Rolle Incoterms wie EXW und CIF spielen und worauf Sie bei der Kalkulation achten sollten. So erhalten Sie einen realistischen Überblick über Ihre gesamten Importkosten und vermeiden unangenehme Überraschungen.

Die wahren Importkosten aus China: Mehr als nur der Einkaufspreis
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Toby Mensink
Toby Mensink
Account Executive, NL

Sie haben den perfekten Lieferanten gefunden – doch was kostet der Import wirklich?

Das Angebot Ihres Lieferanten sieht attraktiv aus und auch der Seefrachtpreis scheint überraschend günstig. Doch der ausgewiesene Preis bildet häufig nur einen Teil der tatsächlichen Importkosten ab.

Neben der Seefracht fallen weitere Kosten an – etwa für den Vorlauf in China, Hafengebühren, Zollabfertigung, Einfuhrabgaben und den Weitertransport im Zielland. Erst die Summe aller Positionen zeigt, was der Import tatsächlich kostet.

Um Ihre Marge zuverlässig zu kalkulieren, sollten Sie daher nicht nur einzelne Angebote vergleichen, sondern die Gesamtkosten bis zur Anlieferung betrachten.

Ein Überblick über Ihre Importkosten aus China

Jede Importsendung durchläuft drei Phasen. Zusätzliche Kosten entstehen häufig vor dem eigentlichen Seetransport oder nach der Ankunft im Zielland.

Phase 1: Lokale Kosten in China (Export)

Bereits vor dem Verladen auf das Schiff entstehen verschiedene Kosten, darunter:

  • Transport von der Fabrik zum Hafen (Vorlauf)
  • Exportdokumentation und Zollabfertigung
  • Terminal Handling Charges (THC) im Abgangshafen

Wer den Incoterm EXW (Ex Works) wählt, übernimmt diese Kosten selbst. Dadurch kann ein zunächst günstiges Angebot am Ende teurer ausfallen als erwartet.

Phase 2: Die Seefracht

Zur eigentlichen Seefracht kommen häufig weitere Zuschläge hinzu, beispielsweise Treibstoffzuschläge (BAF oder LSS) oder saisonale Aufschläge. Ein transparentes Angebot weist diese Positionen nachvollziehbar aus.

Phase 3: Kosten im Zielland

Nach der Ankunft entstehen weitere Kosten, unter anderem:

  • Terminalgebühren im Ankunftshafen
  • Zollabfertigungsgebühren
  • Einfuhrzölle
  • Einfuhrumsatzsteuer
  • Transport zum endgültigen Bestimmungsort

Diese Kosten sollten bereits bei der Kalkulation berücksichtigt werden.

So berechnen Sie Einfuhrzölle und Mehrwertsteuer aus China

Einfuhrzölle und Einfuhrumsatzsteuer gehören zu den wichtigsten Kostenfaktoren beim Import aus China. Eine korrekte Berechnung hilft Ihnen, Ihre Gesamtkosten realistisch zu kalkulieren und spätere Nachforderungen zu vermeiden.

1. Zollwert bestimmen

Der Zollwert bildet die Grundlage für die Berechnung der Einfuhrabgaben.

Formel:

Produktwert + Transportkosten bis zur EU-Grenze + Transportversicherung = Zollwert

2. Einfuhrzölle berechnen

Die Höhe des Einfuhrzolls richtet sich nach der Warennummer (HS-/TARIC-Code) Ihres Produkts. Bereits eine falsche Klassifizierung kann zu einem abweichenden Zollsatz führen.

Formel:

Zollwert × Einfuhrzollsatz = Einfuhrzoll

3. Einfuhrumsatzsteuer berechnen

Die Einfuhrumsatzsteuer wird auf Basis des Zollwerts einschließlich der Einfuhrzölle berechnet. In den Niederlanden beträgt sie derzeit 21 %.

Formel:

(Zollwert + Einfuhrzölle) × 21 % = Einfuhrumsatzsteuer

Tipp: Unternehmen in den Niederlanden können mit einer Artikel-23-Genehmigung die Einfuhrumsatzsteuer über die Umsatzsteuervoranmeldung abrechnen. Dadurch muss die Steuer nicht bereits bei der Einfuhr vorfinanziert werden, was die Liquidität verbessern kann.

CIF oder FOB – welche Incoterms bieten mehr Kostentransparenz?

Bei CIF (Cost, Insurance and Freight) organisiert der Lieferant den Transport bis zum Bestimmungshafen. Die Kosten nach der Ankunft – beispielsweise für Terminalabfertigung, Dokumentation oder lokale Dienstleistungen – werden jedoch häufig erst später berechnet. Dadurch lassen sich die tatsächlichen Gesamtkosten im Vorfeld nicht immer vollständig einschätzen.

Bei FOB (Free On Board) organisiert der Lieferant den Transport bis zur Verladung auf das Schiff. Ab diesem Zeitpunkt wählen Sie Ihren eigenen Spediteur und behalten die Kontrolle über den weiteren Transport sowie die anfallenden Kosten. Das sorgt häufig für mehr Transparenz und eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote.

Vergleichen Sie nicht nur Frachtraten – vergleichen Sie die Gesamtkosten

Für eine fundierte Entscheidung reicht es nicht aus, ausschließlich den Seefrachtpreis zu vergleichen. Entscheidend sind die gesamten Importkosten – vom Werk des Lieferanten bis zur Anlieferung an Ihrem Standort.

Mit Cargoplot vergleichen Sie transparente Tür-zu-Tür-Angebote verschiedener Logistikpartner. Alle relevanten Kosten werden nachvollziehbar dargestellt, sodass Sie die Transportlösung auswählen können, die am besten zu Ihrem Unternehmen passt.

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Häufig gestellte Fragen zu Importkosten aus China

Woraus setzen sich die Importkosten aus China zusammen?

Die gesamten Importkosten (Landed Costs) bestehen aus drei Bereichen: den lokalen Kosten in China (z. B. Vorlauf, Exportdokumentation und Hafengebühren), den eigentlichen Transportkosten sowie den Kosten im Zielland, darunter Zollabfertigung, Hafengebühren, Einfuhrzölle, Einfuhrumsatzsteuer und der Weitertransport.

Wie berechne ich die Einfuhrzölle für Waren aus China?

Die Einfuhrzölle werden auf Grundlage des Zollwerts berechnet. Dieser setzt sich aus dem Warenwert, den Transportkosten bis zur EU-Grenze und gegebenenfalls den Versicherungskosten zusammen. Der anzuwendende Zollsatz richtet sich nach der Warennummer (HS-/TARIC-Code) des Produkts.

Welche Auswirkungen haben die Incoterms CIF und FOB auf die Importkosten?

Bei CIF (Cost, Insurance and Freight) organisiert der Lieferant den Transport bis zum Bestimmungshafen. Weitere Kosten nach der Ankunft, beispielsweise für Terminalabfertigung oder lokale Dienstleistungen, werden häufig erst im Zielland berechnet. Bei FOB (Free On Board) wählen Sie Ihren eigenen Spediteur für den Haupttransport und erhalten dadurch oft mehr Transparenz und Kontrolle über die Gesamtkosten.

Was ist der Unterschied zwischen FOB und EXW?

Bei EXW (Ex Works) übernimmt der Käufer den Transport und die Kosten bereits ab Werk des Lieferanten, einschließlich der Exportabwicklung im Ursprungsland. Bei FOB (Free On Board) trägt der Verkäufer die Verantwortung bis zur Verladung der Ware auf das Schiff. Für viele Importeure ist FOB einfacher zu organisieren und bietet eine bessere Kostenübersicht.

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